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Über Druck


Die Geschichte des Drucks

Schon seit mehr als 5 Jahrhunderten spielt das gedruckte Wort im Leben der Menschen eine immer größere Rolle. In der ersten Zeit nach ihrer Erfindung diente die Kunst mit beweglichen Lettern zu drucken, nur der Herstellung von Büchern (daher der Name "Buchdruck").
Später kamen Flugschriften dazu, primitive Vorläufer von Zeitungen, und mit der Entwicklung von Wissenschaft und Technik wuchs die Zahl der Druckerzeugnisse beinahe ins Uferlose. Die Erfindung des Buchdrucks zählt zu den wichtigsten Errungenschaften des Menschen. Man kann von ihr mit Recht behaupten, dass sie die Geschichte der Menschheit entscheidender beeinflusst hat als jede Schlacht oder jeder Thronwechsel.
Schon bald nach der Zeitenwende kam man in China auf den Gedanken, das mühselige Abschreiben durch ein einfaches Vervielfältigungsverfahren zu ersetzen:
In die Oberfläche glattgeschliffener Steinplatten grub man die Schriftzeichen spiegelbildlich ein, füllte die Vertiefungen mit Farbe und konnte nun beliebig viele Abzüge herstellen.
Später verwandete man zum gleichen Zweck Holztafeln. Um 1040 hatte der chinesische Schmied Pi Scheng den Einfall, nicht mehr ganze Holztafeln zu verwenden, sondern die einzelnen Schriftzeichen aus kleinen Täfelchen herauszuschnitzen; diese konnte man nach Belieben zu immer neuen Drucken zusammenstellen;
Sie wurden auf Holzplatten geleimt, mit Rollen eingefärbt und auf Papier gedruckt (das auch in China erfunden wurde).

Auch in Europa kannte man zunächst nur den Holztafeldruck; mehrere bedruckte Blätter fügte man zu "Blockbüchern" zusammen. Etwa um 1430 hatte Johannes Gutenberg, der eigentlich "Genschfleisch" hieß, den selben Einfall wie 400 Jahre früher der Chinese PiScheng.
Er ersetzte die Holztafeln durch bewegliche Drucklettern, die aber nicht aus Holz waren, sondern aus Metall (Blei).



Das erste Druckerzeugnis, das er um 1445 nach diesem Verfahren herstellte, war ein Andachtsblatt vom Weltgericht. Um 1450 begann er mit dem Druck der berühmten "Zweiundvierzigzeiligen Bibel", eines einzigartigen Meisterwerks, mit dem die europäische Buchdruckerkunst einen glanzvollen Anfang nahm.
Hier eine Druckerwerkstatt im Jahre 1500:



Während der Zeit der Renaissance und der Reformation spielte das gedruckte Wort in Europa eine ungemein wichtige Rolle. Schon um 1500 waren gedruckte Bücher in mehr als 4 Millionen Exemplaren verbreitet. Es entstanden erste Zeitungen, die ebenso wie die Bücher im Hochdruckverfahren auf hölzernen Handpressen hergestellt wurden:


Noch im ausgehenden 18. Jahrhundert entspachen alle Druckpressen im Prinzip und in allen wesentlichen Teilen der von Gutenberg entwickelten Presse.
Hier ein Bild einer Druckwerkstatt um 1800:

Die ersten Druckmaschinen entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts; angetrieben wurden sie durch Dampfmaschinen. Die bahnbrechenden Erfindungen stammen von dem Deutschen Friedrich Koenig. Er baute 1810 eine dampfgetreibene Tiegeldruckpresse. Um die Druckgeschwindigkeit zu erhöhen ging er dann zum "Zylinderdruck" über.
Seine Stoppzylinder-Schnellpresse wurde 1811 patentiert. Am 29. November 1814 erschien die erste Nummer der englischen Zeitung "Times", die auf der "Koenigschen Schnellpresse" gedruckt war. In einer einzigen Stunde vermochte diese Maschine 1100 Bogen zu drucken.
Die erste Rotationspresse, von dem New Yorker Erfinder Richart M. Hoe "Blitzpresse" genannt, entstand 1846. Sie war allerdings noch nicht ausgereift. Eine wirklich brauchbare Rotationspresse zum Buchdruck auf endloses Papier wurde 1863 von William Bullock aus Philadelphia entwickelt. Mit ihr konnte man bis zu 20000 Drucke stündlich herstellen.
Gleichzeitig war man bemüht, den zeitraubenden Handsatz zu mechanisieren und zu beschleunigen. Nach einer Vielzahl mehr oder weniger missglückter Experimente gelang erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Konstrukton einer brauchbaren Setzmaschine: 1884 baute der Deutsche Ottmar Mergenthaler seine Zeilensetzmaschine, "Linothype" genannt:

schon 4 Jahre später waren 40 dieser Maschinen in betrieb. Sie arbeiteten immerhin 12 mal so schnell wie ein druchschnittlicher Handsetzer. Um 1890 entwickelte Tolbert Lanston die Einzelbuchstaben-Setz-Gießmaschine, die "Monotype".
Die Licht- oder Fotosetzmaschine, die den Satz fotomechanisch herstellt, wurde um 1930 von dem Ungarn Edmund Uher konstruiert.
Im 20. Jahrhundert wurde die Heliographie und der Lichtdruck erfunden. Neue Fortschritte in Satz und Druck hat in jüngster Zeit die Elektronik (Computer) ermöglicht.



Der Buchdruck

ist ein "Hochdruckverfahren" bei dem die zu druckenden Teile höher liegen. Der Text, der gedruckt werden soll, muss zunächst "gesetzt" werden. Das heißt: Aus Bleilettern wird Wort für Wort in einem "Winkelhaken"

zusammengesetzt. Dies geschah meistens von Hand. Die Lettern befanden sich zum aufbewahren in einem sogenannten "Setzkasten". Entweder in der bekannteren Version, in Kästchen sortiert, oder bei wertvolleren, empfindlicheren Schriften "gesteckt":
Handsetzer bei der Arbeit:

Bilder oder besondere Schriftzüge müssen mit Hilfe von "Klischees" in einen Bleisatz eingefügt werden. (Als "Klischee" bezeichnet man einen Druckstock. Er besteht aus Zink und wird mit einem speziellen Verfahren in einem Säurebad hergestellt.)
Sind alle diese Vorbereitungen getroffen, werden die fertigen Zeilen und Klischees auf dem "Satzschiff" (eine Art Metalltablett)


der Vorlage entsprechend angeordnet, und in eine "Satzform" (Druckform) eingepasst. Was später "leer" bleiben soll muss mit sog. "Blindmaterial" (=flachere Stege die wie Bausteine aussehen) ausgefüllt werden.
Will man auf einer Tigeldruckpresse drucken wird nun auf der sog. "Schließplatte" (eine dicke Metallplatte die völlig eben sein muß) der Satz in einen Schließrahmen (der einem Bilderrahmen ähnlich sieht) eingepasst.
Zum Schließrahmen gehört das Schließzeug, (eine Art durch aufdrehen dicker werdender "Baustein") das es ermöglicht den Text unverrückbar in den Rahmen zu spannen. Nun wird dieser Rahmen in der Druckmaschine befestigt.


Eine mit Druckfarbe getränkte Hartgummiwalze gleitet über die in die Maschine eingespannte Druckform und färbt die zu druckenden Teile gleichmäßig ein. Jedes einzelne Blatt Papier wird durch eine Spezialeinrichtung sorgfältig in die Maschine gezogen, und auf einer Platte festgehalten.
Diese Platte presst das Papier dann mit bis zu 40 Tonnen Druck gleichmäßig gegen die Druckform, so dass die Farbe auf das Papier übertragen wird. Das bedruckte Papier wird von der Druckform vorsichtig abgehoben und auf einer Ablage wieder gestapelt.
Für Rotationsmaschinen muss man Runddruckformen herstellen. Dazu wird eine feuchte Spezialpappe, "Mater" genannt, auf die Satzform gepresst, in eine halbzylindrische Gießform gelegt und mit einer Legierung aus Blei, Antimon und Zinn ausgegossen. Danach wird die Druckform auf den Plattenzylinder der Rotationsmaschine gespannt.
Eine "dritte" Form der Druckmaschine war die "Schnellpresse" wie unsere alte "Mercedes":

Hier wurde das Papier nach dem Einziehen auf eine sich drehende Walze "gespannt" unter der ein "Schlitten" mit dem Satz hin und her lief.



Der Steindruck

Als Steindruck bezeichnet man ein Flachdruckverfahren, das 1796 von Aloys Senefelder erfunden worden ist. Hierbei liegen druckende und nichtdruckende Teile der Platte in einer Ebene
Senefelder entdeckte, dass Kalkschiefer sowohl Wasser als auch Fett leicht aufnimmt. Seit langem schon weiß man, dass Fett Wasser abstößt. Beide Tatsachen zusammen ermöglichten ihm die Entwicklung der Lithographie (vom griechischen "lithos", Stein und "graphein", schreiben, zeichnen).
Eine Kalkschieferplatte, die mit Hilfe eines Schwammes gründlich druchnässt wird, nimmt die leicht fetthaltige Druckerschwärze nicht an, da das Fett vom Wasser abgestoßen wird.
Um eine Steindruckplatte herzustellen verfährt man folgendermaßen:



Auf die trockene Kalkschieferplatte trägt man mit Fetttusche oder fetthaltiger Kreide die Zeichnung auf (1)
Dann nimmt man einen Schwamm und macht die Platte gründlich nass (2)
Das Wasser dringt natürlich nur dort in den Stein ein, wo dessen Oberfläche nicht von Tusche oder Kreide bedeckt ist. Wenn wir nun mit einer Walze die fetthaltige Druckfarbe auftragen (3)
bleibt diese nur an den Strichen der Zeichnung haften, während die übrige Fläche, die mit Wasser getränkt ist, die Farbe nicht annimmt. Damit ist die Platte fertig zum Druck. Wenn wir jetzt ein Blatt Papier auf die Platte pressen, nimmt dieses die auf den Strichen der Zeichnung haftende Farbe auf; wir erhalten also eine seitenverkehrte Reproduktion (4)


Diese Infos wurden im Jahr 2000 von Irene von der Eltz-Hell aus verschiedenen Büchern zusammengetragen und teilweise mit eigenen Worten ergänzt und erklärt. Wir übernehmen für den Inhalt keine Gewähr.


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